Adieu Kindheit.

„Aufstehen. Du musst gleich zur Schule.
Frühstück ist auch schon fertig.“ – Mhm..

Das waren noch Zeiten. Mami hat uns geweckt, das Essen stand auf dem Tisch und Geldsorgen..? Wir mussten uns keine Gedanken machen. Keine?! Okay, die Frage, ob heute Lara, ihre beste Freundin aus der zweiten Klasse oder doch jemand ganz anderes in einen verliebt ist, ist als 7-Jähriger eine lebenswichtige Frage; zugegeben: Rückblickend betrachtet war das vielleicht doch eher belanglos.
Auch früher war natürlich nicht alles einfach. Prügeleien im Klassenzimmer, weil jemand den blauen Buntstift geklaut hat, Tränen zuhaus in der Küche, wegen des gestorbenen Wellensittichs und Nervenzusammenbrüche bei seinem Kumpel, weil man beim Nintendospielen mal wieder verloren hat, sind hart. Die Frage nach der Wichtigkeit stellt sich einem in dem Alter nicht. Auf jeden Fall ist es das. „Es geht ja um mich!“ Erst später fällt auf, dass Prioritäten auch anders gelegt werden können. Und ab einem gewissen Alter wohl oder übel auch müssen.

Auch „Mama! Ich brauch‘ mehr Taschengeld!“ geht vielleicht noch, wenn man klein und süß ist, irgendwann kann und möchte Mama aber auch da nicht mehr helfen. Irgendwann ist man groß. Und erwachsen. Und selbstständig. Zumindest auf dem Papier.

Spätestens, wenn du dein Abi geschrieben hast und in einer fremden Stadt studierst, trifft’s dich dann wie mit einem Vorschlaghammer!

.An der Uni anmelden
.Wohnung suchen
.Mietvertrag unterschreiben
.Umzug organisieren
.Ummelden
.Den Unialltag überstehen
….

Da kommt schon einiges zusammen. Und da man ja autonom und erwachsen ist, kann man Mama und Papa natürlich nicht jeden Tag anrufen und um Rat bitten. Kann man schon. Mama und Papa würden sich wahrscheinlich auch darüber freuen. Ist aber vielleicht für das Ego nicht so gut.
Da ist es dann, das kalte Wasser, in das man früher oder später geworfen wird.

ABER: Hat man das alles irgendwie überlebt und ist nicht wahnsinnig geworden – ja, vielleicht hat man mal stundenlang auf dem Bett gelegen und geweint, aber gut.. – kann das richtige Leben endlich losgehen!

Neue Leute kennengelernt, feiern gewesen (und zu oft zu viel getrunken) und dann auch noch die Uni gerockt – eigentlich doch ganz cool, dieses Erwachsenwerden.

Wichtig ist: Nie die Nerven verlieren. Zumindest nicht für lang.
Denn nur die wenigsten (und langweiligsten) Dinge lernt man innerhalb von 24 Stunden. Anders wär’s ja auch irgendwie nicht so spannend. Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

..und wenn dann alles gut ist, kann man Mama doch wieder täglich anrufen. Aber diesmal nicht voller Panik, sondern Stolz. Ist doch auch nicht schlecht, oder?

Photographies & Content © Herr.vonCharlottenburg

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