Von Magiern, Monstern und dem Tod höchstpersönlich – Das Grusellabyrinth in Kiel

Du willst dich mal wieder so richtig gruseln, der Horrorfilm im Fernsehen reicht dir dafür jedoch nicht? Du willst mitten im Geschehen sein? Dann bist du hier genau richtig. Seit dem 5. Juli 2013 bietet Deutschlands größtes Grusellabyrinth, welches bereits seit über 10 Jahren in Kiel seine Pforten für Mutige jeden Alters öffnet, eine neue Hauptattraktion, die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lässt!
Grusellabyrinth Titel
Bereits wenn man die riesigen Hallen des Grusellabyrinths im Tonberg 15 in Kiel betritt, wird einem eines schnell bewusst: die nächsten 3000m², auf denen erschreckt wird, sind nichts für schwache Nerven.    „Begrüßt“ wird man von dem Tod höchstpersönlich, der seine Sense bedrohlich hinter sich herzieht. Ein paar Schritte weiter schleicht ein dahingeschiedener Pirat mit Dreispitzhut und Säbel durch die Hallen und an der Kasse wartet eine schaurige Gestalt mit leeren weißen Augen auf die Besucher. Dieser Herr ist glücklicherweise etwas fröhlicher gestimmt, als seine mörderischen Kollegen, bei denen man sich fast sicher ist, dass es keine Schauspieler, sondern tatsächlich Wesen aus der Unterwelt sein müssen – hier haben die Maskenbildner gute Arbeit geleistet. Nach einer kurzen Wartezeit geht es dann auch schon auf den knapp 100 Minütigen-Horrortrip.
Die neue Show, die jedes Jahr wechselt und komplett überarbeitet wird, erzählt in diesem Jahr die Geschichte der jung ums Leben gekommenen Archäologin Ingeborg Schliemann. Zusammen mit einer namenlosen Verbündeten, die durch die insgesamt 16 Szenarien führt, muss man nun in einer Gruppe von ungefähr 10 Furchtlosen den Weg beschreiten, der zum Elixier des Lebens führt. Die bösen Geister und schrecklichen Monster, die einem dabei den Weg zur Hölle werden lassen, schrecken nicht selten davor zurück, mit vollem Körpereinsatz zu Werke zu gehen – da kann es dann auch schon mal vorkommen, dass einzelne Personen für mehrere Minuten auf die falsche Fährte geführt und der Gruppe entrissen werden.

Das Labyrinth führt die Wagemutigen dann durch diverse, mit viel Liebe zum Detail gestaltete, Räume, in denen man auf fliegende Knochen, Zimmer eines Geisterhauses, in denen Rätsel zu lösen sind, flackerndes Licht und nicht zuletzt den ägyptischen Gott des Todes, Anubis, höchstpersönlich trifft. Dieser wurde nur kurz zuvor in einer schaurigen Zeremonie mit Hilfe des Lebenselixiers zum Leben erweckt und schreitet nun, über zwei Meter groß, mit rot glühenden Augen, eine lange Stangenwaffe in der Hand haltend, durch die Menge – die Angst ist beinahe greifbar! Schlussendlich wird das Böse natürlich besiegt und der Geist der Ingeborg Schliemann kann seine letzte Ruhe finden.
Erstaunlicherweise ist dieser Teil des Grusellabyrinths bereits für Kinder ab 8 Jahren zugelassen, dabei stand danach sogar vielen Erwachsenen die Angst sichtbar in das Gesicht geschrieben. Sensenmann - Das Sakrileg des Lebens - Grusellabyrinth Kiel 2013 - 300dpi
Für die ganz Furchtlosen – die, denen der Angstschweiß aus dem Grusellabyrinth nicht genug war – wird das Horrorlabyrinth, welches beim Eintrittspreis von 15,50€ enthalten ist, genau das Richtige sein.
In Vierer- bis Sechsergruppen geht es auf eine viertelstündige Reise durch enge Gänge, die nur karg durch flackerndes Licht erhellt werden. In diesen katakombenähnlichen Räumen ist man jedoch nicht allein, sondern wird von mehreren grausigen „Erschreckern“ begleitet, die augenscheinlich versteckte Geheimgänge zu kennen scheinen und so immer wieder auf‘s Neue aus dem Nichts erscheinen, um einem das Herz in die Hose rutschen zu lassen. In diesem Horrorlabyrinth wird ohne Rücksicht auf Verluste erschreckt, deshalb wird hier der Einlass auch erst ab 16 Jahren gewährt – definitiv nicht ohne Grund. Auch hier werden einzelne Personen aus der Gruppe gerissen, in die Enge getrieben und so schnell nicht mehr losgelassen. Hier heißt es wirklich: „Nerven bewahren!“, soweit dies überhaupt möglich ist. Wenn der erste Schrecken vorbei ist, geht es im Souvenir-Shop etwas heiterer weiter. Hier findet man alle möglichen Utensilien, die die nächste Halloweenparty aufpeppen können. So werden neben Kunstblut auch diverse gruselige Masken, Spinnenweben und alles, was sonst noch zu einer Horrorfeier gehört, angeboten.

Jeder, der sich gern gruselt und in eine ferne, schaurige Welt entführen lassen möchte, sollte sich das Grusellabyrinth in Kiel nicht entgehen lassen.
Neben den jährlich wechselnden Hauptattraktionen werden auch regelmäßig spezielle Events für Gruselfans angeboten, in denen man seinen Mut unter Beweis stellen kann. Hierzu zählen neben den Zombienächten auch diverse Halloweenparties und Dinner für besonders Furchtlose im hauseigenen Restaurant „Zur rostigen Weiche“, das auch abseits der Mottoparties stets  einen Besuch wert ist.    Grusellabyrinth Kiel - Restaurant Zur rostigen Weiche
Wenn euch jetzt die Lust nach Spannung und Horror gepackt hat, findet ihr alle weiteren Infos zusätzlich auf der offiziellen Homepage des Grusellabyrinths: http://grusellabyrinth.de

Text © Herr.vonCharlottenburg | Pictures © Grusellabyrinth Kiel GmbH

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Yeah! Science, Bitch!

Eine Breaking Bad-Hommage.

Ich weiß ja nicht, wie es euch geht aber ich für meinen Teil hatte schon immer eine gewisse Abneigung gegenüber Chemie in der Schule. Nicht, dass es nicht spannend wäre, eine oszillierende Jod-Uhr oder Goldstaub herzustellen (okay, sogar da kann ich mir Besseres vorstellen..) aber allzu viel Interesse kam bei mir für diesen Bereich nie auf.
Doch DAS hat sich vor gut einem Jahr geändert.

Warum?!

Es fing an, wie viele großartige Dinge beginnen: Mit Alkohol.
Und plötzlich lief Breaking Bad auf dem Laptop.
Zugegeben, Methamphetamin in einem Meth-Lab kochen ist nicht unbedingt Schul-Chemie-geeignet; Walter White und Jesse Pinkman dabei zuzusehen ist jedoch schlicht und ergreifend großartig.
Ich bin neuen Serien gegenüber generell immer erstmal skeptisch. Verständlich, bei dem Sch***, der im TV läuft.
Hier kann ich nur sagen: „Leute, ihr alle müsst euch UNBEDINGT Breaking Bad angucken!“
Jaja, ich könnte natürlich übertrieben haben. Niemand will seine Zeit mit Mist verschwenden. Schon gar nicht vorm Fernseher – OMG, wir dürfen nicht in der Bude sitzen, wir müssen immer unterwegs sein, wir müssen uns mit Freunden treffen, wir müssen .. SCHWACHSINN.
Wir müssen Breaking Bad gucken! Jede Folge ein eigener kleiner Film, jeder Schluss so spannend, dass man einfach keine andere Möglichkeit hat, sofort die nächste Folge laufen zu lassen, jedes Episodenende so gut, dass man kein Jahr auf die nächste Staffel warten kann & Bryan Cranston in der Rolle seines Lebens; kennt man ihn doch normalerweise nur als Malcolms Dad in „Malcolm Mittendrin“, ist er hier zu 120% der krebskranke, Meth-kochende Mr. White – klingt nach einer Hommage? Ist es auch! Ist ja auch wirklich kaum möglich, hier mit dem Schwärmen aufzuhören.

                                                                    ..puh, ich guck dann erstmal weiter..


Umso schlimmer, als schließlich das Ende der vierten Staffel erreicht war. Ich übertreibe nur sehr ungern, aber mein Leben hatte kurzzeitig seinen Sinn verloren.
Nun.. ganz so schlimm war es wohl nicht – aber fast!
Die, die nicht wissen, wovon ich hier überhaupt rede: Tut mir leid.
Wie habt ihr die rund 50 Stunden, die man für die Staffeln investieren darf nur ansatzweise so gut füllen können?
Genug mit der Ironie. Ich gehe davon aus, dass jetzt alle verstanden haben, worum es mir geht:
Lindenstraße war gestern.
Lasst euch mitreißen. Entdeckt die Schönheit dieses Meisterwerks.

Jetzt heißt es abwarten und Meth kochen (alternativ auch Tee trinken) und auf das große Finale freuen.

Photographies & Content © Herr.vonCharlottenburg

Catch me if you can. Oder: Oh nein, die GEZ-Menschen kommen nicht mehr!

 

GEZ-Menschen konnten sich noch nie einer großen Fangemeinde erfreuen – was soll der Mist mit den Gebühren eigentlich?

„Hallo, Sie besitzen doch sicherlich ein Fernsehgerät, oder?!“

Viele von uns waren bereits gezwungen, sich dieser Frage zu stellen.
Man soll zwar nicht lügen aber seien wir mal ehrlich: Oft blieb uns einfach keine andere Wahl, als uns auf irgendeine Art und Weise rauszureden.

„Catch me if you can!“ war da oft das Motto.Ab Anfang des Jahres gehört der unbeliebte Besuch der GEZ-Mitarbeiter jedoch der Vergangenheit an. Klingt gut für die Fernseh-Leugner unter uns. Oder etwa nicht?

Wohl kaum.
Bis vor drei Monaten konnten wir uns noch in Ausflüchte retten. Mit Radios, Fernsehern und Smartphones überall ist es kaum noch möglich, diese zu vertuschen. Hier tritt der Plan der GEZ in Kraft: Ab sofort muss jeder 17,98€ zahlen – den neuen „Rundfunkbeitrag“. Ausnahmen gibt es so gut wie keine.

So weit, so gut – oder auch nicht! Wofür werden wir überhaupt zur Kasse gebeten?

.Für eine Folge „Tatort“ in der Woche?
.Für 15 Minuten „Tagesschau“ inklusive Wetter?

Vielen mag es ähnlich gehen wie mir, die Öffentlich-Rechtlichen sind veraltet und uninteressant – abdrücken muss man trotzdem ohne Wenn und Aber.
Das gleicht ja nun wirklich eher einer Steuer. Die gehört dann natürlich auch als solche gekennzeichnet.
Immerhin darf ich selbst entscheiden, ob ich den Betrag monatlich oder für ein Jahr im Voraus bezahlen möchte – das ist sehr großzügig bei 215,76€, die man für „nichts“ ausgibt.
Besonders schlimm wird es für die Hoteliers, die für jedes ihrer Zimmer mit TV-Anschluss zur Kasse gebeten werden; der Schaden geht nicht selten in die Tausende.
Geplant war, das GEZ-Wirr-Warr übersichtlicher und vor allem günstiger für die Fernseher und Radiohörer zu machen. Das ist gründlich schief gegangen. Die neue Regelung ist irgendwo in den Kinderschuhen stecken geblieben und gehört bis auf weiteres abgeschafft.

Vielleicht war der GEZ-Besuch doch die bessere Lösung –
da hatte man wenigstens noch die Möglichkeit, sich hinter der Tür zu verstecken oder das Radio schnell und unbemerkt im Schuhschrank verschwinden zu lassen.

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Das Lotterleben der Studenten – Doch nur die halbe Wahrheit?

Burnout. Burnout? Burnout!

Alle wissen es: Studenten sind faul, Studenten feiern regelmäßig bis zum Exzess und Studenten interessieren sich für alles – außer natürlich, für den erfolgreichen Abschluss ihres Studiums. Hinzu kommt, dass der Staat die Partykasse der Studenten mit öffentlichen Mitteln füllt, ohne, dass sie „einen Finger dafür krumm machen müssen“.
IMG_2627Es ist unkompliziert, alle Studierenden über einen Kamm zu scheren. Noch einfacher ist es, wenn man die Umstände nicht kennt oder sich seine Meinung zu diesem heiklen Thema aus dem „Hören-Sagen“ bildet; die Wahrheit sieht oft anders aus – ganz anders.

Seit Einführung der neuen Bachelor-/Master-Studiengänge wurden nicht nur die Erwartungen an die Studenten, sondern vor allem auch das Tempo an Deutschlands Universitäten deutlich angehoben – ein Grund, warum auch die Langzeitstudierenden langsam aber sicher aussterben. Das Ziel ist es, sein Studium in der Regelstudienzeit zu absolvieren; diese beträgt seit 2011 fünf Jahre. 60 Monate also, in denen beispielsweise ein angehender Lehrer, der auch in seiner Schulzeit (welche mittlerweile ebenfalls dezimiert wurde) keine Extrarunden drehen musste, nicht nur die wichtige Theorie für seine Zukunft an Grund- oder Oberschule zu erlernen, sondern darüber hinaus auch diverse Praktika inklusive Unterrichtsentwürfen und selbstgestalteter und selbstausgeführter Schulstunden zu erfüllen .
Das klingt erst einmal nach gar nicht so viel, doch die anfallenden Klausuren, die durchaus auf die stattliche Summe von 10-15 pro Semester wachsen können, anderthalbstündige Referate, auf die es sich vorzubereiten gilt, seitenlange Hausarbeiten zu den verschiedensten Themen, zeitfressende Recherchen in der Bibliothek, Vorlesungen, Seminare und nicht selten anstrengende Nebenjobs an Supermarktkassen oder in Restaurants, um die Kosten für die eigene Wohnung (oder oftmals sogar nur Zimmer in einer Wohngemeinschaft) begleichen zu können, sind nicht außer Acht zu lassen. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Kombination dem einen oder anderen zu Kopf steigt und die Zahl der vom Burnout-Syndrom betroffenen Studenten rasant in die Höhe schießt – bereits im Jahre 2010 nahmen laut Spiegel.de mehr als 23.000 Studenten den psychologischen Dienst des Studentenwerks in Anspruch – Tendenz steigend! Die Studierenden beklagen den hohen Leistungs- und Konkurrenzdruck und die damit entstehende psychische Taubheit. Die Symptome dieser heimtückischen Krankheit bleiben im Anfangsstadium nicht selten unbemerkt; Antriebslosigkeit dürfte der ein oder andere bereits verspürt haben. Oft ist jedoch damit nicht Schluss – und dann kann es gefährlich für den Betroffenen und sein Umfeld werden. Angst, zu versagen, Angst davor, wie das Leben aussehen könnte, wenn das Studium nicht mit Bestnote bestanden wird, den gesellschaftlichen Absturz stets vor Augen – Zukunftsangst und Tristesse machen sich breit und verschwinden so schnell auch nicht wieder. In schlimmen Fällen folgen auf Depressionen erste Gedanken an Suizid als einziger Ausweg aus dieser Situation.
Als wäre die Situation nicht schon schlimm genug, wird zu oft in den Hintergrund gerückt, dass Menschen, die auf die Universität wechseln, oft erst seit kurzem vor dem Gesetz als erwachsen gelten. Von ihnen wird dann erwartet, nach ihrer Ausbildung mit Anfang 20 die Grundsteine in der Bildung ihrer Schüler zu legen, ziemlich viel Verantwortung, die einem jungen Menschen anvertraut wird.
Es ist an der Zeit, den Schwerpunkt zu verschieben: Indem beispielsweise mehr als nur zwei Praktika in fünf Jahren zu absolvieren sind und dafür weniger (unnötige) Theorie auswendig gelernt werden muss, würden die Studenten wohl ganz anders in die Arbeitswelten gehen. Ein guter Lehrer muss selbstverständlich sein Handwerk aus dem Effeff kennen, auf jede Frage eine Antwort muss jedoch niemand haben. Wichtiger ist es, das Studium mit Elan und Freude zu verlassen. Immerhin übt man seinen Beruf, wenn alles gut geht, den Rest seines Lebens aus – fast 45 Jahre also! Nichts ist schlimmer, als ein unmotivierter Lehrer, der seine Zeit an Schule oder Universität abzusitzen scheint – diese Erfahrung hat vermutlich jeder von uns bereits machen müssen.

Fazit des Ganzen? Meinungen müssen überdacht, Studienreformen überarbeitet und Anlaufmöglichkeiten für gestresste Studenten vermehrt bereitgestellt werden, damit die Psyche erst gar nicht, beziehungsweise so wenig wie möglich, unter dem enormen Erfolgs- und Leistungsdruck zu leiden hat.

Photographies & Content © Herr.vonCharlottenburg

Tütensuppe? Nein, danke!

Selbstgekocht > Fertigfood.

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Obst und Gemüse ist für uns 365 Tage im Jahr verfügbar. Frisch!
Die Qualität ist vermutlich so gut wie nie – nicht überall, wo „Bio“ draufsteht, ist auch „Bio“ drin aber im Großen und Ganzen haben wir es doch ganz gut getroffen. Verglichen mit unseren Eltern, Großeltern, Urgroßel.., und auch im Vergleich zu anderen Ländern leben wir in einem Futterwunderland. Die Obst- und Gemüseabteilungen sind bunt wie nie, Märkte stehen an jeder zweiten Ecke und (relativ) günstig ist das alles zusätzlich auch noch.


Warum zum Teufel wird dieses Angebot noch immer so wenig genutzt?!

Supermarkt X ist vollgepackt voll mit „Frischer Lasagne – tiefgefroren“, „Frischer Obstsalat – nur noch auftauen“, Frische Kräuter – gefriergetrocknet“,.. und dafür werden tausende Kilo an tatsächlich frischen Lebensmitteln Tag für Tag entsorgt – Wegwerf-Wahn, ahoi!

Nein, es soll nicht um die „bösen Nahrungsmittelkonzerne“ mit dem „grässlichen Fertigfood“ gehen – vielmehr geht’s um dich!

Es gibt keine Diskussion: Gutes Essen ist selbstgekocht.

„..2 Minuten in die Mikrowelle und fertig ist das leckere Abendessen für die ganze Familie!“ Lecker also.. und gesund. Mhm. Die Chemikanten unter uns können das Wirrwarr der Lebensmittelzusätze bestimmt auflösen – ich leider nicht. Ich weiß nur: Auf Treibgas, Schmelzsalz, Füllstoff und co kann ich in meinem Essen verzichten.
Jaja, in zwei Minuten bekommt man kein 3-Gänge-Menü auf den Tisch aber muss es wirklich immer so hektisch zugehen? Entschleunigung!
Zu zweit, dritt, viert,.. in der Küche, ein Glas Wein neben sich. Da bekommt das Abendessen gleich einen ganz anderen Beigeschmack – diese Momente lohnen sich schon fast ohne das gute Essen danach.
Kochen bedeutet nicht immer „Arbeit!“ und „Stress!“.
Klar, anfangs sieht das alles vielleicht noch nicht wie in Jamie Olivers Küche aus aber: Kommt Zeit, kommt selbstgemachtes Essen auf höchstem Niveau. Und Spaß dabei.

423656_536641926359912_1519277803_nNicht „Essen-aus-der-Mikrowelle-auf-dem-Sofa-in-den-Mund-schaufeln“, sondern gemütliches Beisammensein sollte unser Anspruch sein.

Denn: Gutes und gemütliches Essen ist selbstgekocht!

Photographies & Content © Herr.vonCharlottenburg

Adieu Kindheit.

„Aufstehen. Du musst gleich zur Schule.
Frühstück ist auch schon fertig.“ – Mhm..

Das waren noch Zeiten. Mami hat uns geweckt, das Essen stand auf dem Tisch und Geldsorgen..? Wir mussten uns keine Gedanken machen. Keine?! Okay, die Frage, ob heute Lara, ihre beste Freundin aus der zweiten Klasse oder doch jemand ganz anderes in einen verliebt ist, ist als 7-Jähriger eine lebenswichtige Frage; zugegeben: Rückblickend betrachtet war das vielleicht doch eher belanglos.
Auch früher war natürlich nicht alles einfach. Prügeleien im Klassenzimmer, weil jemand den blauen Buntstift geklaut hat, Tränen zuhaus in der Küche, wegen des gestorbenen Wellensittichs und Nervenzusammenbrüche bei seinem Kumpel, weil man beim Nintendospielen mal wieder verloren hat, sind hart. Die Frage nach der Wichtigkeit stellt sich einem in dem Alter nicht. Auf jeden Fall ist es das. „Es geht ja um mich!“ Erst später fällt auf, dass Prioritäten auch anders gelegt werden können. Und ab einem gewissen Alter wohl oder übel auch müssen.

Auch „Mama! Ich brauch‘ mehr Taschengeld!“ geht vielleicht noch, wenn man klein und süß ist, irgendwann kann und möchte Mama aber auch da nicht mehr helfen. Irgendwann ist man groß. Und erwachsen. Und selbstständig. Zumindest auf dem Papier.

Spätestens, wenn du dein Abi geschrieben hast und in einer fremden Stadt studierst, trifft’s dich dann wie mit einem Vorschlaghammer!

.An der Uni anmelden
.Wohnung suchen
.Mietvertrag unterschreiben
.Umzug organisieren
.Ummelden
.Den Unialltag überstehen
….

Da kommt schon einiges zusammen. Und da man ja autonom und erwachsen ist, kann man Mama und Papa natürlich nicht jeden Tag anrufen und um Rat bitten. Kann man schon. Mama und Papa würden sich wahrscheinlich auch darüber freuen. Ist aber vielleicht für das Ego nicht so gut.
Da ist es dann, das kalte Wasser, in das man früher oder später geworfen wird.

ABER: Hat man das alles irgendwie überlebt und ist nicht wahnsinnig geworden – ja, vielleicht hat man mal stundenlang auf dem Bett gelegen und geweint, aber gut.. – kann das richtige Leben endlich losgehen!

Neue Leute kennengelernt, feiern gewesen (und zu oft zu viel getrunken) und dann auch noch die Uni gerockt – eigentlich doch ganz cool, dieses Erwachsenwerden.

Wichtig ist: Nie die Nerven verlieren. Zumindest nicht für lang.
Denn nur die wenigsten (und langweiligsten) Dinge lernt man innerhalb von 24 Stunden. Anders wär’s ja auch irgendwie nicht so spannend. Aus Fehlern lernt man ja bekanntlich.

..und wenn dann alles gut ist, kann man Mama doch wieder täglich anrufen. Aber diesmal nicht voller Panik, sondern Stolz. Ist doch auch nicht schlecht, oder?

Photographies & Content © Herr.vonCharlottenburg